Die Kita-Initiative ist eingereicht – ein wichtiges Puzzlestück auf dem Weg zu mehr Gleichstellung

Heute hat ein breites Komitee die Volksinitiative «Für eine gute und bezahlbare familienergänzende Kinderbetreuung für alle (Kita-Initiative)» mit 105’000 Unterschriften eingereicht. Die Initiative sorgt für genügend bezahlbare Kita-Plätze und fördert damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

«Für junge Familien ist es schwierig, einen qualitativ guten und bezahlbaren Kitaplatz zu finden», sagte Nationalrat (AG) und Co-Präsident der SP Schweiz Cédric Wermuth heute Mittwoch vor den Medien in Bern. «Die familienergänzende Kinderbetreuung ist viel zu teuer, die Arbeitsbedingungen sind ungenügend und die Ungleichheit der Angebote je nach Wohnort hat massiv zugenommen.»
 
«Gute Betreuung braucht gut qualifiziertes Personal», sagte Katharina Prelicz-Huber, Nationalrätin Grüne (ZH) und VPOD-Präsidentin. «Trotz meist überhöhten Elternbeiträgen sind die Arbeitsbedingungen für das Kita-Personal oftmals prekär. Es braucht eine deutliche Aufwertung des Berufs mit pädagogisch gegründetem Betreuungsschlüssel, genügend qualifiziertem Personal, planbaren Arbeitszeiten und guten Löhnen.»

Roland Fischer, Nationalrat der Grünliberalen (LU), betonte die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen der Initiative. «Ein qualitativ gutes und für alle Einkommensschichten finanziell tragbares Angebot an familienergänzender Kinderbetreuung steigert die Standortattraktivität, führt zu mehr Wertschöpfung und erhöht den Wohlstand in der Schweiz.»
 
«Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Thema, das Eltern aus allen sozialen Schichten und unabhängig von der Parteifarbe beschäftigt», sagte Rosmarie Quadranti, Stadträtin Die Mitte in Illnau-Effretikon (ZH) und alt Nationalrätin (ZH). «Die Wirtschaft braucht die Frauen – die Familien brauchen bezahlbare Kitaplätze. Wie immer vergisst oder ignoriert das bürgerliche Lager schlichtweg, dass wir es uns nicht leisten können, auf unzählige Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu verzichten.»
 
Schliesslich ging Amanda Ojalvo da Silva, Fachfrau Kinderbetreuung in Genf, auf die Frage der Arbeitsbedingungen ein. «Ich unterstütze diese Initiative seit ihrer Lancierung, weil ich von meinem Beruf begeistert und jeden Tag mit den Schwierigkeiten, dem Stress, der psychischen Überlastung und den körperlichen Gesundheitsproblemen konfrontiert bin, die mit dem Tragen und der Handhabung verbunden sind. Es ist notwendig, die Arbeitsbedingungen des Personals zu verbessern. Die daraus resultierenden Ausfälle sind erschreckend hoch. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Wir Kindheitspädagog:innen, unterstützt von Erziehungs- und Betreuungsassistent:innen, sind Gestalter:innen der Zukunft. Unsere Verantwortung ist sehr gross.»

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