Wir nehmen Abschied von unserem langjährigen Mitglied, Vorstandsmitglied, Gemeinderat, Grossrat und Grossratspräsidenten

Thomas Koch
7.8.1947 bis 2.8.2021


Eine intakte Umwelt und eine soziale Gesellschaft lagen ihm am Herzen. Dafür hat er gekämpft.

In dankbarer Erinnerung:

Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten Laupen

 

Am 2. August 2021 hat Thomas Koch seinen langwierigen und zäh geführten Kampf gegen den Krebs verloren. Mit ihm verstummt die bekannteste linke Stimme unserer Region.

Thomas stammt aus sogenannt einfachen Verhältnissen. Und gleichwohl repräsentiert er schon den Sozialdemokraten neuer Prägung, war er doch kein «Büezer», sondern ein «höherer» Bundesangestellter – und dies mit Uniabschluss. Aber ein Linker und Grüner war er gleichwohl durch und durch. Und im Herzen immer noch ein Arbeiter, der kaum etwas lieber machte, als sein Haus umzubauen und seinen grossen Garten zu bestellen.

Der Gillenauweg in Laupen macht, vom Stedtli herkommend, kurz vor der «Badi» eine scharfe Linkskurve, also ein passender Ort für die jungen Rebellen, die sich hier in den Siebzigern und Achtzigern in ihrem Philantropic-«Clubhaus» trafen: eine langhaarige, aufmüpfige Truppe, die im Haschnebel zum Leidwesen bürgerlicher Anwohner die Gegend mit Rockmusik beschallte. Und ein früh-grüner Sekundarlehrer brachte den «Haschbrüdern» gegenüber auf seinem Hausdach einen viel belächelten Sonnenkollektor an. Bei besagter Linkskurve liess sich 1985 auch Thomas Koch nieder. Auch er einer, der schon bald sein Haus alternativ beheizte, also durchaus in die Gegend passte, zumal er bei der «Öko-Gruppe Region Laupen» mitmachte, die schon in den frühen Achtzigern den Umweltschutz auf ihre Schilder schrieb und gegen die Atomlobby aufbegehrte.

Thomas tritt der SP-Sektion Laupen bei, wird 1987 Mitglied der Wirtschaftsförderungskommission Laupen, kommt 1990 in den Gemeinderat und übernimmt das Ressort Gemeindewerke, später das Ressort Bildung/Kultur. Ab 1990 ist er Mitglied des SP-Vorstands. 1992 rutscht er für die neu in den Regierungsrat gewählte Dori Schär in den Grossen Rat nach. Diesem steht er während der Legislatur 2005/2006 als Präsident vor.

Weiterhin engagiert er sich für seine Gemeinde und das Amt Laupen. Vor allem seiner Initiative ist es zu verdanken, dass die Musikschule Laupen gegründet wird. Aber Thomas wäre kein Linker, wenn er nicht Rückschläge und Niederlagen zu verkraften hätte. Eine Genossenschaft unter seinem Präsidium errichtet das Kulturzentrum Sternen Laupen. 1998 muss dieses wegen des spärlichen Publikumsaufmarsches den Betrieb einstellen.

In den Neunzigern soll die Teilstrecke Laupen – Gümmenen der Sensetalbahn stillgelegt werden. Ein Aufschrei geht durch die Bevölkerung. Thomas wird das Sprachrohr des Protests. Der endet in einer weiteren bitteren Niederlage.

Dann geht mit seinem Grossratsmandat die Polit-Karriere zu Ende. Thomas tritt kürzer. Es wird still um ihn herum. Schon erstaunlich, wie schnell man aus den Schlagzeilen und dem öffentlichen Bewusstsein gerät, wenn man nicht mehr im Scheinwerferlicht steht.

Thomas hat zeit seines Lebens den lauten Tönen misstraut. Er war nie ein Politpolterer. Er war auch kein Provokateur. Das Gespräch über die Parteigrenzen hinweg war und blieb ihm wichtig. Er wollte seine Überzeugungen leben können – und gleichwohl von der politischen Gegnerschaft gehört werden. Das ist ihm gelungen. Und auf Schloss Laupen, wo er seinen grössten Erfolg feiern durfte, als 2005 die Gemeinde Laupen ihren Grossratspräsidenten empfing, nehmen am 9. August 2021 seine Familie und seine Freunde Abschied von einem lieben Menschen, der so politisiert hat, wie er lebte: bescheiden. Aber nachhaltig.

U. Remund

 

   

Info  

Zur Erinnerung
Für jede Vorstellung des Theaters «die Tonne» stehen SP-Mitgliedern zwei Plätze zur Verfügung.
Reservation ausschliesslich über SchlossApotheke im Stedtli.


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