Fritz Ruprecht
11. Januar 1928 bis 4. Dezember 2015

Kennen lernten wir uns im Turnverein. Er war seit 15 Jahren Oberturner, ich wurde 1966 Vizeoberturner. Er machte mir Mut, ich könne doch einen Verein leiten, er könne es ja auch. Er lehrte mich zum Beispiel, wie man an den Turnfesten das Sektions-Barrenturnen kommandierte, dass es für die Punkterichter eine «Gattig» machte. Er war für uns «dr Ysebahnfritz», weil er seit ewig als Lokführer bei der Sensetalbahn angestellt war und zudem als gelernter Schlosser im Depot zum Rechten schaute. Fritz war eine Vater- und eine Integrationsfigur. Er wusste, wie man mit den jungen «Löle» beim Turnen umging, wie man jemand in den Senkel stellen konnte, ohne dass der es übel nahm. Er stellte nicht nur im Turnverein seinen Mann. Seit ewig war er auch als Büezer und Linker alter Schule Mitglied unserer Sektion der Sozialdemokratischen Partei. Fritz war kein «Lautsprecher», auch kein grosser Volksredner. Er war einfach der Fritz, immer echt, immer ganz er selber, was er auch tat. Mitmachen hiess für ihn Farbe bekennen und Verantwortung übernehmen. So war er Mitglied der Eisenbahnergewerkschaft, übernahm im Laufe der Zeit mehrere Aufgaben in der Gemeinde und war unter anderem Präsident der Schulkommission. Damals wurden Büezer in anspruchsvollen Ämtern von vielen belächelt. Die konnten zwar chrampfen, fand man, aber konnten die auch führen? Führen war, so fanden viele, etwas für Leute, die sich das gewohnt waren. Aber eigenartig: Was Fritz machte, das kam gut. Er hatte halt viel gesunden Menschenverstand, konnte Menschen einschätzen und hatte ein Gspüri für das Machbare. Im Jahr 1982 wurde das grosse Schulprojekt AXA von den Stimmbürgern versenkt. Dann war die Frage: wie weiter. Fritz präsidierte die Kommission, welche den planerischen Scherbenhaufen erfolgreich zu kitten verstand. Von 1979 bis 1986 war er für die SP im Gemeinderat, von 1983 bis 1986 als Vizegemeindepräsident. Sein Hauptwerk als Gemeinderat war die Sanierung der Wasserversorgung. Die lag ihm besonders am Herzen. Er, der Laupenburger, wurde in den Neunzigern auch noch Burgerratspräsident. Auch dieses Amt versah er ohne Tamtam, war für ihn ein Burger doch immer vor allem ein Bürger gewesen. Er wirkte immer gefasst und überlegt. Aber vielleicht hat ihm die Verantwortung der öffentlichen Ämter doch zugesetzt. Jedenfalls bekam er Herzrhythmusstörungen und brauchte von da weg einen Herzschrittmacher. Alle seine vielen Engagements waren möglich gewesen, weil ihm Rösy, seine Frau, stets den Rücken freigehalten hatte. Nach der Pensionierung begann sich Fritz zurückzuziehen. Die letzten Jahre machte ihm seine Krankheit schwer zu schaffen. Am 4. Dezember ist er gegangen. Dies so still und bescheiden, wie er gelebt hat. «Ysebahnfritz», wir von der SP Laupen danken dir.

Ueli Remund



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